Nachlese 2026
Auch im Jahr 2026 organisiert der Stifterverband mit dem KI-Campus und dem Hochschulforum Digitalisierung (HFD) Strategiebriefings zum Zukunftsthema "KI in der Hochschulbildung". Die Briefings sind Teil der BMFTR-Projekte "KI-Kompetenzen an Hochschulen stärken" und "HFD 4.0" sowie der Zukunftsmission Bildung.
In regelmäßigen Terminen erhalten Hochschulleitungen und Führungskräfte an Hochschulen wertvolle Impulse und Austauschmöglichkeiten zur strategischen Integration von Künstlicher Intelligenz in Studium und Lehre. Jedes Briefing widmet sich einem thematischen Schwerpunkt, zu dem ausgewählte Expertinnen und Experten einen Impulsvortrag halten. Im Fokus stehen dabei Vorhaben, die über einzelne Maßnahmen hinausgehen und an zentralen Herausforderungen der Hochschulentwicklung ansetzen – etwa in den Bereichen Governance, Organisation, Infrastruktur, Curricula oder Qualifizierung.
7. Juli 2026
8:00 bis 9:00 Uhr
KI-Kompetenzen im Lehramtsstudium – Strategische Verankerung von KI in der Lehrkräftebildung
Impuls: Dr. Anja Gärtig-Daugs, Leiterin des Kompetenzzentrum für digitales Lehren und Lernen (DigiZ), Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Die systematische Förderung von KI-Kompetenzen im Studium stellt für lehrkräftebildende Universitäten nicht nur eine curriculare, sondern vor allem eine strategische Entwicklungsaufgabe dar. Sie erfordert eine enge Abstimmung zwischen den bildungswissenschaftlichen, fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Bereichen sowie eine Anbindung an fachübergreifende Strategien zum Einsatz von KI in Studium und Lehre. Eine besondere Herausforderung besteht darin, Lehramtsstudierende in ihrer doppelten Rolle als Lernende und zukünftige Lehrkräfte zu adressieren: Sie benötigen KI-bezogene Kompetenzen für das eigene Lernen und wissenschaftliche Arbeit, aber auch für die Gestaltung von KI-gestützten Lehr- und Lernprozesse und die Begleitung von Kindern und Jugendlichen im alltäglichen Umgang mit KI.
Am Beispiel der Otto-Friedrich-Universität Bamberg wurde aufgezeigt, wie institutionelle Austausch- und Vernetzungsprozesse gestaltet werden können, um KI-Kompetenzen fachübergreifend und nachhaltig in der Lehrkräftebildung zu verankern. Im Mittelpunkt standen dabei Strategien zur Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteursgruppen, die curriculare Integration von KI-Kompetenzen in verschiedene Lehramtsfächer sowie die Frage, wie Hochschulen Studierende auf den professionellen Einsatz von KI in unterschiedlichen Bildungs- und Berufskontexten vorbereiten können. Das Strategiebriefing bot damit Impulse für Hochschulen, die KI als Querschnittsaufgabe der Lehrkräftebildung verstehen und entsprechende Entwicklungsprozesse institutionell gestalten möchten.
Weitere Informationen & Videomitschnitt:
● Aufzeichnung des Impulses von Anja Gärtig-Daugs
● Präsentation von Dr. Anja Gärtig-Daugs (PDF)
9. Juni 2026
8:00 bis 9:00 Uhr
KI-Lerntutor: Eine Chance für individuellere Wege zum Studienerfolg?
Impuls: Prof. Dr. Hero Weber, Vizepräsident für Studium, Lehre und Weiterbildung, Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth
Wie können Hochschulen der größer werdenden Diversität der Studierenden begegnen? Immer unterschiedlichere Vorkenntnisse, vielfältigere Lebenssituationen und schnell wechselnde gesellschaftliche Transformationen führen "klassische" Lehrveranstaltungen zunehmend an ihre Grenzen, wenn nach einem schablonenhaften Lehrkonzept für alle Studierenden vorgegangen wird.
Hochschulen müssen sich ihrer Verantwortung stellen, dieser heterogeneren Studierendenschaft individuellere Wege zum Studienerfolg zu eröffnen. Hero Weber gab Einblicke in das kürzlich mit Förderung der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gestartete Projekt "LernKI". Hier wird ein individualisiertes "KI-Lerntutor-System" entwickelt, das von den Lehrenden unterschiedlichster Fachgebiete angepasst werden kann.
Das Verbundprojekt mit sieben beteiligten niedersächsische Hochschulen setzt auf einen gemeinsamen "KI-Lerntutor", der Studierenden eine vertraute und einheitliche Lernumgebung bietet, um Brüche in der Nutzung zu vermeiden. Perspektivisch bildet der Lerntutor die nächste Ebene der Lernmanagementsysteme und ist somit auf übergreifende Nutzung in der Hochschule ausgelegt. Die Arbeit im sicheren Umfeld der Hochschulen sowie der Zugriff auf dort und in den jeweiligen Lehrveranstaltungen vorliegende Wissen stellen die Stärke dieses Ansatzes dar und unterstützen den Anspruch an souveräne KI-Infrastrukturen.
Am Beispiel der Jade Hochschule wurden in diesem Strategiebriefing Ansätze vorgestellt, wie der Einsatz eines KI-Lerntutors in Studium und Lehre umgesetzt werden kann.
Weitere Informationen & Videomitschnitt:
● Aufzeichnung des Impulses von Hero Weber
● Präsentation von Hero Weber (PDF)
● KI in Studium und Lehre – Jade Hochschule
● Projekt LernKI (gefördert von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre) – HdN Digital
● Profil von Prof. Dr.-Ing. Hero Weber auf der Website der Jade Hochschule
12. Mai 2026
8:00 bis 9:00 Uhr
KI-Fellowships als Impuls für die Hochschulentwicklung
Impuls: Prof. Dr. Silke Hertel, Prorektorin für Studium und Lehre, Universität Heidelberg
Wie können Hochschulen KI-bezogene Innovationen in Studium und Lehre gezielt ermöglichen? Im Rahmen der Strategiebriefings "KI in der Hochschulbildung" gab Prof. Dr. Silke Hertel, Prorektorin für Studium und Lehre an der Universität Heidelberg, Einblicke in die heiSKILLS-KI-Fellowships als Instrument zur Förderung von Lehrinnovation, organisationalem Lernen und strategischer Entwicklung.
In ihrem Input stellte Silke Hertel die heiSKILLS-KI-Fellowships der Universität Heidelberg vor. Das Format schafft für Lehrende gezielte Freiräume, um KI-bezogene Lehr- und Prüfungsformate zu entwickeln und zu erproben. Organisatorisch sind die Fellowships am heiSKILLS Kompetenz- und Sprachenzentrum verankert und werden hochschuldidaktisch begleitet. Sie verbinden die Förderung konkreter Projekte mit institutioneller Rückbindung, kollegialem Austausch und dem Aufbau einer Community of Practice.
Am Beispiel der Heidelberger Fellowships wird deutlich, wie Hochschulen Innovation im KI-Kontext nicht dem Zufall überlassen müssen, sondern durch gezielte Freiräume, Begleitung und strategische Rahmung aktiv gestalten können. Zugleich wird sichtbar, welchen Beitrag solche Formate für organisationsinternes Lernen und die Weiterentwicklung von Studium und Lehre leisten können.
Der Input richtete sich an Hochschulleitungen und Führungskräfte, die Überlegungen anstreben, welche Förderinstrumente an der Hochschule eingeführt werden können, um Impulse und Austauschmöglichkeiten zur strategischen Integration von Künstlicher Intelligenz in Studium und Lehre zu eröffnen.
Videomitschnitt & Download:
● Aufzeichnung des Impulses von Silke Hertel
● heiSKILLS-KI-Fellowships der Universität Heidelberg
21. April 2026
8:00 bis 9:00 Uhr
KI als Managementaufgabe der Hochschule
Impuls: Jens Tobor, Projektmanager beim Hochschulforum Digitalisierung/CHE Centrum für Hochschulentwicklung
Seit generative KI für Hochschulangehörige niedrigschwellig verfügbar ist, verbreitet sich ihre Nutzung in Studium und Lehre schneller, als die Hochschulen mit formellen Rahmungen darauf reagieren können. Vertraute Ordnungen geraten unter Druck, beispielsweise dort, wo Leistungen, Lernanteile und Verantwortlichkeiten nicht mehr eindeutig menschlichen oder maschinellen Beiträgen zugerechnet werden können. Damit wird KI zu einer Managementaufgabe: Wie können Hochschulen unter Unsicherheit Orientierung gewinnen, Prioritäten setzen und zeitnah tragfähige Formen des Umgangs mit KI entwickeln?
In seinem Strategiebriefing hat Jens Tobor auf Grundlage des im März 2026 vom Hochschulforum Digitalisierung veröffentlichten Arbeitspapiers "KI als Managementaufgabe der Hochschule" ein heuristisches Raster zu Aufgabenfeldern für das Hochschulmanagement vorgestellt. Das Raster ist der Versuch, den Umgang mit KI in Studium und Lehre strategisch einzuordnen und Gestaltungsfelder abzugrenzen. Ausgehend von sieben Experteninterviews wird gezeigt, in welchen Managementfeldern sich Hochschulen derzeit mit KI auseinandersetzen: von strategischer Rahmung und Governance über Support und Infrastruktur bis hin zur konkreten Praxis in Studium und Lehre.
Der Vortrag bot Hochschulleitungen und Führungskräften Orientierung zur Frage wie sich Unsicherheit im Umgang mit KI in einen produktiven, organisational anschlussfähigen Aushandlungsprozess überführen lässt.
Videomitschnitt & Download:
● Aufzeichnung des Impulses von Jens Tobor
● Arbeitspapier "KI als Managementaufgabe der Hochschule" (PDF)
● Präsentation von Jens Tobor (PDF)